Vorwort

Neue Wege gehen

Es ist vollbracht! – Auf diese Formel würden die Akteure im deutsch – iranischen Handel gerne die Ergebnisse bringen, die die Außenminister von Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich Heiko Maas, Jean Yves Le Drian und Jeremy Hunt in ihrer „Gemeinsamen Erklärung über die Gründung von INSTEX, der Zweckgesellschaft zur Ermöglichung legitimen Handels mit Iran, im Rahmen der Bemühungen zur Aufrechterhaltung des Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplans (JCPoA)“ am 31. Januar 2019 verkündeten. Leider ist das (noch) nicht möglich. Das INSTEX genannte Special Purpose Vehicle ist registriert, aber noch nicht arbeitsfähig. Bis zum operativen Einsatz sind noch viele Schritte zu gehen: angefangen vom Aufbau der Infrastruktur, über die Personalrekrutierung bis zur Strukturierung der Aufgabenfelder. Einer der wichtigsten Schritte ist es, eine Parallelorganisation auf iranischer Seite aufzubauen. Das alles erfordert Zeit, denn es ist ein gänzlich neuer Weg, der hier beschritten wird. Aber jeder noch so lange Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Und der ist getan!

Neue Wege werden auch auf anderen Gebieten gegangen. Wir berichten in unserem Magazin von Blockchain Technologie und Kryptowährungen, die im Iran angekommen sind. Der Erfolg unseres Workshops „Blockchain“ und das große Interesse an unserem neu gegründeten Ausschuss zu diesem Thema zeigen, wie fortschrittlich die (Finanz-)Wirtschaft in diesem Land ist, und wie offen sie neuen Entwicklungen gegenübersteht. Darin steckt eine große Chance, sich an die Spitze des Fortschritts zu setzen und langwierige Entwicklungsprozesse zu überspringen, die etablierte Volkswirtschaften mit Mühe durchlaufen mussten.

Ähnlich innovativ, wenn auch in einem ganz anderen Bereich, ist der Ökolandbau in Iran. Viele Themen, mit denen das Land konfrontiert ist, wie Wasserknappheit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz verlangen nach neuen Methoden auch in der Landwirtschaft. Darüber hinaus bieten Bio-Produkte eine gute Chance, den Export zu steigern – besonders mit Blick auf Deutschland, das den zweitgrößten Bio-Markt weltweit hat.

Ganz und gar nicht neu, sondern wohl etabliert und renommiert ist die Institution des Ehrbaren Kaufmanns im Wirtschaftsleben weltweit. In Iran ist der Urvater des Ehrbaren Kaufmanns Mohammad Hassan Aminosarb. Er wurde aufgrund seiner Integrität von den Kadscharen Königen beauftragt, Münzen zu prägen. Heute dient der Aminosarb-Preis dazu, Unternehmer auszuzeichnen, die ihren Namen verdienen: integre, innovative, verantwortungsvolle Geschäftsleute, die den Mut haben, unternehmerisches Risiko zu tragen und mit ihrem Erfolg zum Wohlstand des ganzen Landes und seiner Menschen beizutragen. In diesem Jahr hat neben anderen Abbas Ali Ghassai den Preis erhalten, der größte Porzellanhersteller des Iran und Präsident der Deutsch-Iranischen Industrie- und Handelskammer. Das Team der AHK Iran gratuliert von Herzen!

Ich wünsche Ihnen viel Freude und vertiefte Einblicke beim Lesen unseres Magazins

 

Dagmar von Bohnstein

Geschäftsführerin
Delegierte der Deutschen Wirtschaft in Iran