Druck- und Verpackungsindustrie im Iran

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Druckindustrie

Aufgrund der geopolitisch wichtigen Lage, des vorhandenen Fachwissens und anderer menschlichen sowie wirtschaftlichen Faktoren verfügt der Druck- und Verpackungssektor im Iran über ein hohes Potenzial. Folgende Faktoren könnten dabei helfen, den Iran als Drehscheibe für die Herstellung von Druckerzeugnissen werden zu lassen:

Günstige und gut ausgebildete Arbeitskräfte, Zugang zu günstigen fossilen Brennstoffen, Irans geografische Nähe zu bedeutenden Verbrauchermärkten wie der Golfregion, Europa und Russland, Erleichterung für FDI (Fazilität für ausländische Investitionen).

Laut der „Organization for Investment Economic and Technical Assistance of Iran“ ist auf Gesetz für ausländische Investitionen wie z.B. Zuteilung der Kapitalhöhe, Management oder Unterstüt- zungsleistungen zu Enteignungsfor- derung im Sinne einer Entschädigungszahlung hingewiesen.

Wenn diese Vorteile in den Produktionsfaktoren mit fortschrittlichen Technologien und Erfahrungswerten in Produktion und Export kombiniert werden, können zu geringen Kosten Produkte von hoher Qualität produziert werden. Erzeugnisse können vergleichsweise leicht exportiert werden. Der Zielmarkt beschränkt sich somit nicht nur auf den iranischen Markt.

Ein Defizit der iranischen Druckindustrie ist die veraltete maschinelle Ausstattung. Dies führt zu erheblichen Nachteilen in der Qualität und der Wettbewerbsfähigkeit der Erzeugnisse. Aufgrund des fehlenden Hardware- und Softwareknowhows im Iran fließt FDI in diesem Bereich vor allem in Länder wie China und die Türkei.

Gemäß der Zeitung DonyaE Eghtesad wurde bei der Pressekonferenz des Nationalen Druckindustriefestivals branchenbezogene Themen wie die Papierversorgung, die Lieferung von Materialien und Verbrauchsmaterialien sowie das Durchbrennen von Druckmaschi- nen diskutiert. Es wurde aufgeführt, dass rund 95% der verwendeten Maschinen alt seien und zu einem Rückgang der Produktionskapazität führen. Somit sind die exportierten Druckerzeugnisse im Jahre 2016 von etwa 114 Tsd. Tonnen auf etwa 80 Tsd. Tonnen zurückgegangen. Obwohl Papier der Warengruppe 1 angehört und Importe zum staatlichen Wechselkurs eingeführt werden können, gestaltet sich der Import schwierig. Der Mangel an Papier stellt eine große He- rausforderung für die gesamte iranische Buch- und Druckindustrie dar, wie das Iranjournal im September berichtete.

Verpackungsindustrie

Die Verpackungsindustrie im Iran wird als ein vielversprechendes Geschäftsfeld mit einem hohen Potenzial für Wettbewerb und Export gesehen. Die Wertschöpfungskette besteht unter anderem aus folgenden Gliedern: R&D, Design und Beschaffung der Rohmaterialen, wobei Karton, Pappe und Papier die wichtigsten Rohmaterialien darstellen. Laut der Iran Printing and Packaging Agency (PAPNA) ist der iranische Anteil am Weltmarkt unbedeutend gering. Der statistische Vergleich mit anderen Ländern bestätigt diese Aussage. Diese schwache Marktstellung verbunden mit fehlenden Wachstumsperspektiven könnte sich negativ auf die iranische Wirtschaft auswirken.

Der iranische Wirtschaftsexperte Ibrahim Jalali kommentierte: „Ungeeignete Verpackungen haben dazu geführt, dass viele iranische Produkte trotz ihrer Qualität nicht auf globalen Exportmärkten konkurrieren. Im Süden des Landes werden beispielsweise Datteln produ- ziert, da die Verpackungskosten im Iran jedoch höher sind als der Warenwert, werden diese ins Ausland exportiert, dort verpackt und anschließend wieder eingeführt. In der Verpackungsindustrie sind weltweit Standards definiert, welche auch unter Anbetracht von kulturellen Aspekten und der jeweiligen Art der Märkte des Landes entstanden sind. Die Einhaltung dieser Standards ist unbedingt notwendig, um international konkurrieren zu können.“

Die iranische Verpackungsindustrie ist charakterisiert durch eine hohe Qualität der Erzeugnisse zu hohen Produktions- kosten. Es fehlt an maschineller Aus- stattung, um gewisse Verpackungsgrundstoffe zu produzieren, welche demnach importiert werden müssen. Es besteht daher eine Abhängigkeit der iranischen Verpackungsindustrie vom Ausland.