Deutsch-iranische Wirtschaftsbeziehungen – Stand und Ausblick

Am 8. Oktober 2019 fand im Parsian Azadi Hotel eine große Wirtschaftskonferenz der AHK Iran statt.

Rund 200 Mitglieder und Gäste – darunter sowohl iranische als auch deutsche Unternehemen – fanden sich ein, um über den Stand der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Iran zu diskutieren.

Abbasali Ghassaie, Präsident der AHK Iran, freute sich sehr, dass die Veranstaltung der AHK Iran so gut besucht sei. Das große Interesse zeige, dass ein Bedarf an einem Austausch und Interesse am wechselseitigen Handel mit Deutschland bestehe.

Die Geschäftsführerin der AHK stellte Entwicklung und aktuelle Situation der deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen anhand von Zahlen dar. Zwischen den Jahren 2010 und 2013 sei das Außenhandelsvolumen von 4,71 Mrd. EUR auf nur mehr 2,12 Mrd. EUR eingebrochen. Zwar erholte sich die Handelsbilanz bis zum Jahr 2017 wieder auf ein Volumen von 3,38 Mrd. EUR, dieses sei aber seit der erneuten Sanktionierung des Iran durch die USA wieder rückläufig.

Hinzu käme, dass der Wirtschaftsstandort Iran für in- wie ausländische Investoren große Herausforderungen biete. Eine Studie des Forschungsinstituts des Majlis von Herbst 2018 zeige das deutlich.

Dennoch biete der Iran großes Potential für deutsche Firmen. Hinzu käme eine junge und aufstrebende Start-up-Szene im Iran mit über 5.000 aktive Strat-ups, die die Kreativität und den Innovationsgeist des Landes bewiesen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion fanden sich auf der Bühne Nasanin Bahmani, Geschäftsführerin von BC Digital und Vorstandsmitglied der AHK Iran, Michael Bitsch, Mitbegründer von Health&Beauty und Vizepräsident der AHK Iran, und Butagh Khanbodaghi, Vizepräsident der AHK Iran, ein. In einem engagierten Gespräch wurden die aktuellen Probleme des Iran angesprochen. Insbesondere leide das Land an einer veralteten Industrie. Aufgrund geringer Konkurrenz durch den internationalen Markt fehlten Anreize für Unternehmen, Produktivität und Qualität weiterzuentwickeln. Schwierigkeiten bei der Zollabwicklung und Importverbote für eine Reihe ausländischer Produkte seien weitere Baustellen des Wirtschaftsstandorts.

Hoffnung gebe die rege Start-up-Szene. Der Iran biete im Bereich der Digitalisierung gewaltiges Potential. Der Ausbau der Infrastruktur in diesem Bereich sucht seines gleichen und auch die Bevölkerung nimmt hier Neuerung mit großen Interesse an.

Auch die in Deutschland hochaktuelle Datenschutz-Grundverordnung der EU (DSGVO) spielte in der Diskussion eine Rolle. Entgegen vieler Vermutungen findet sie nämlich auch Einzug in den iranischen Geschäftsalltag, sobald Berührungspunkte mit europäischen Privatpersonen bestehen.

Im Anschluss an die Diskussion hatten die Teilnehmer noch Gelegenheit, sich über das auf der Bühne diskutierte bei hochkarätigem Ambiente in kleiner Runde auszutauschen.

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