Wirtschaftsminister eröffnet Vertretung im Iran

12.11.16

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) hat am Sonntag eine Landesrepräsentanz in Teheran eröffnet. Die Vertretung soll heimischen Firmen den Einstieg in den iranischen Markt erleichtern und politische und wirtschaftliche Kontakte vermitteln.

Niedersachsen übernehme bei Kontakten in den Iran eine Vorreiterrolle, sagte Lies. Er war am Sonnabend mit rund 70 Unternehmern von Hannover in den Iran gereist. Geplant waren diplomatische Treffen sowie Gespräche mit Vertretern des Energieministeriums und der iranischen Staatsreederei. Zudem sprach Lies bei einer Versammlung der Deutsch-Iranischen Industrie- und Handelskammer. Lies hatte bereits im Herbst vergangenen Jahres gemeinsam mit niedersächsischen Firmenchefs erste Kontakte im Iran angebahnt.

Durchbruch im Iran blieb bisher aus

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Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (l) während Verhandlungen mit Vertretern der iranischen Fluggesellschaft Iran-Air und zivilen Luftfahrbehörde in Teheran. Iran. © dpa - Bildfunk Fotograf: Farshid Motahari

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD, 2. li.) bei Verhandlungen mit Vertretern der iranischen Fluggesellschaft Iran-Air und zivilen Luftfahrbehörde.

Jahrelang hatten die Geschäftsbeziehungen mit dem Iran wegen internationaler Sanktionen praktisch auf Eis gelegen. Nach dem Wiener Atomabkommen vom Juli 2015 und der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen sollte sich das ändern. Sowohl der Iran als auch Deutschland rechneten mit lukrativen Geschäften und nahmen umgehend Kontakt auf. Der von beiden Seiten erhoffte Durchbruch blieb aber aus. Hauptgrund sind laut Halbjahresbericht des iranischen Außenministeriums deutsche und europäische Großbanken, die wegen noch bestehender Strafmaßnahmen der USA keine Iran-Deals finanzieren wollen. Konkrete Verträge können wegen der Bankprobleme immer noch nicht unterzeichnet werden.

Gewürze und Nahrungsmittel aus dem Iran

Eine stärkere Zusammenarbeit soll es nach dem Willen von Lies im Netzausbau, bei erneuerbaren Energien und bei der Sicherung der Wasserversorgung geben. Laut Landesamt für Statistik treiben derzeit rund 200 niedersächsische Firmen Handel mit dem Iran. Iranische Firmen liefern vor allem Nahrungs- und Düngemittel sowie Gewürze ins Land. Niedersachsen exportiert hauptsächlich Maschinen und Chemieprodukte.

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