Wirtschaftsbeziehungen zum Iran: Die Uhr ist fast abgelaufen

04.02.19

DIHK / Jens Schicke

"Zweckgesellschaft muss jetzt zügig ihre Arbeit aufnehmen"

Angesichts des neuen Systems, mit dem Deutschland, Frankreich und Großbritannien die amerikanischen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran umgehen möchten, schöpft der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) "leichte Hoffnung" für den deutsch-iranischen Handel.

Die jetzt von den drei Partnerländern gegründete Gesellschaft soll den Zahlungsverkehr bei Iran-Geschäften abwickeln, wenn private Banken dies aus Furcht vor US-Strafen nicht mehr übernehmen.

"Die Uhr zur Rettung der deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen ist fast abgelaufen", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier dazu der Nachrichtenagentur dpa.

"Das deutsche und europäische Iran-Geschäft läuft Gefahr, gänzlich zum Erliegen zu kommen", berichtete er. Deutsche Unternehmen hätten sich mit ihrem Personal angesichts der aktuellen Lage aus der islamischen Republik zurückgezogen und ihre Repräsentanzen geschlossen. Bereits mit der Einführung neuer US-Sanktionen im vergangenen November seien die deutschen Iran-Exporte gegenüber dem Vorjahr um 58 Prozent zurückgegangen.

"Neben der mangelnden Verfügbarkeit von Banken, die das Geschäft mit dem Iran abwickeln und finanzieren, treibt viele Unternehmen auch die Sorge um, ihr US-Geschäft zu verlieren, wenn sie weiterhin im Iran aktiv sind", so Treier. Die neue Zweckgesellschaft zur Initiierung einer Tauschbörse mit dem Iran gebe "Anlass für leichte Hoffnung". Allerdings müsse sie "jetzt zügig ihre Arbeit aufnehmen und dabei unbürokratisch handhabbar sein".