AHK Irans Stellungsnahme zu den Sanktionen - Medien

07.08.18

Erneut traten von der US verhängte Sanktionen gegen den Iran in Kraft. Dieses politische Ereignis wurde ebenfalls von den deutschen Medien aufgegriffen und stark diskutiert. Auch Dagmar von Bohnstein, Delegierte der Deutschen Wirtschaft in Iran, äußerte sich in etlichen Medienausgaben zu den aktuellen Geschehnissen.

Im Gespräch mit der Deutschen Welle sagte Frau Bohnstein: „ Deutschland möchte  in dieser schwierigen politischen Lage seine wirtschaftlichen Beziehungen zu Iran nicht völlig aufgeben, ist jedoch nicht bereit, ihre guten Geschäfte mit Amerika zu gefährden.“ Die weiteren Sanktionen, die im November durchgesetzt werden sollen, betrachtet Frau Bohnstein kritisch und befürchtet einen absoluten Abbruch deutsch-iranischer Beziehungen. Für die Zukunft sei es wichtig, dass die USA und der Iran miteinander ins Gespraech kämen.

 

In der Rheinischen Post brachte Frau Bohnstein zum Ausdruck, dass sie von Entschädigungen für die Ausfälle deutscher Unternehmen nicht viel halte, sondern das Augenmerk auf die gesicherte Zahlungsabwicklung im Iran gelegt werden solle. Es müsse eine Geschäftsbank gefunden werden, über die Transaktionen für legale Iran-Geschäfte abgewickelt werden können: „Wir als Vertreter der deutschen Wirtschaft in Iran appellieren an die gesamte Bundesregierung und die EU-Kommission, Wege für eine gesicherte Zahlungsabwicklung im Iran zu finden.“ Dies lasse sich nur auf politischem Wege herbeiführen und auch der Iran müsse sich dafür kooperativ zeigen.

 

Ebenfalls der Radiosender SWR griff die Forderungen nach einer gesicherten Zahlungsabwicklung, seitens Frau Bohnstein, auf: „Die ersten drei Jahre nach den aufgehobenen Sanktionen wurden für den Aufbau deutscher Unternehmen im Iran genutzt. Firmen hatten investiert und wirtschaftliche Beziehungen geknüpft, es wurde lediglich noch kein Geld verdient.“ Die Gewinne aus diesen Investitionen gingen nun verloren und träfe die im Iran tätigen deutschen Unternehmen besonders hart.

 

Auch in einem Interview in den Tagesthemen des ARD1´s betonte Frau Bohnstein, dass genau jetzt, wo sich die jahrelange Arbeit deutscher Unternehmen im Iran auszahle, die erneuten Sanktionen diese wieder behindere.  ARD steht der Zukunft der deutsch-iranischen Handlungsbeziehungen eher kritisch gegenüber: „VW, Siemens und auch Airbus ziehen sich zurück, statt Stellung zu nehmen.“ Trotzdem hat Frau Bohnstein Hoffnung und plädiert für eine europäische Lösung.