Exportinitiative Energie

Die Exportinitiative Energie wurde aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages 2002 ins Leben gerufen. Seitdem wird die Initiative vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gesteuert, koordiniert und finanziert.

Mit einem breiten Angebot von Maßnahmen unterstützt die Exportinitiative deutsche Unternehmen der EE-Branche bei der Erschließung neuer Absatzmärkte im Ausland. Ein umfangreiches Informationsangebot zu fremden Märkten, Seminarveranstaltungen, Geschäftsreisen ins Ausland, Kontaktanbahnung mit Kooperationspartnern aus dem Zielland, Marketingunterstützung und vieles mehr dienen insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen als Starthilfe für ihre Auslandsaktivitäten.

Die AHK Iran führt im Auftrag des BMWi verschiedene Projekte im Rahmen der Exportinitiative Energie durch.

Erneuerbare Energien im Iran

Der Energiebedarf im Iran - der in etwa die gleiche Einwohnerzahl wie Deutschland hat - wird immer größer, und um ihn zu befriedigen, ist es erforderlich, neue Wege im Umgang mit Energie zu beschreiten. Denn auch in diesem erdölreichen Land bereitet der kontinuierlich steigende Energieverbrauch zunehmend Sorgen.

Der Iran hat in den letzten Jahren wichtige Schritte zur Reduzierung des hohen Energieverbrauchs unternommen, wie zum Beispiel durch den Ersatz von Erdöl durch Naturgas, die Erhöhung der Einspeisetarife und die Entwicklung von erneuerbaren Energien. Ohne innovative Umwelttechnologien ist jedoch ein wirklicher Erfolg nicht möglich. Hier ist deutsches Know-how sehr gefragt.

Wegen der hohen jahresdurchschnittlichen Sonnenstrahlung steht der Ausbau von Solaranlagen, neben dem der Windanlagen, an erster Stelle der im November 2014 vom iranischen Energieminister vorgestellten Entwicklungspläne für die Stromindustrie. Da sowohl die Konstruktion, als auch die Versorgung dieser Systeme sehr simpel, zuverlässig, sicher, umweltschonend und zudem günstig sei, biete diese Nische eine große Chance.

Laut den vorliegenden Forschungsergebnissen könnte alle 2000 km eine Solaranlage installiert werden, welche im Idealfall bis zu 60 GW Energie zu gewinnen in der Lage wäre. 90% der Dörfer im Iran, welche nicht mehr als 20 Häuser umfassen, bieten den dort sesshaften Dorfbewohnern nur beschränkten Zugriff auf konventionellen Strom. Mit der Installierung von Solaranlagen könnten diese Ortschaften – langfristig betrachtet – am effizientesten mit Strom versorgt werden. Gemäß dem Bericht des Energieministeriums konnten bis zum Ende des Jahres 2013 ganze 27 Dörfer mit insgesamt bis zu 250 Familienhäusern mittels der Photovoltaik-Methode versorgt werden.

Vor dem Hintergrund des Strommangels in kleinen Dörfern bleibt festzuhalten, dass Investitionen des nationalen, vor allem aber des ausländischen Privatsektors nur dann als rational erscheinen, wenn der iranische Staat sowohl die Kosten der Installierung, als auch die des Vertriebs zu tragen in der Lage wäre, da das Einkommen der Menschen in den besagten Regionen nicht ausreichen wird, um dem Privatsektor ein lukratives Geschäft anbieten zu können. Folglich weist die Deutsch-Iranische Industrie- und Handelskammer auf die offensichtliche Unentbehrlichkeit einer sehr engen Kooperation des iranischen Staates und den entsprechenden Auftragnehmern hin.

Der Iran setzt große Hoffnung auf die aufstrebende Windenergie. Das Land verfügt über einige Windparks, unter anderem in Manjil (Gilan), Binaloud (Khorasan-e Razavi), Safeh (Isfahan) und Sarein (Ardebil). Des Weiteren hat das Land einen Windatlas entworfen, um weitere windreiche Standorte zu identifizieren.

Weiterführende Links:

Renewable Energy Organization of Iran (SUNA)
Iran Energy Efficiency Organization (SABA)
Iran Renewable Energy Association
Iran International Renewable Energy Exhibition

Wie ist der Zustand der Wasser- und Abwasserinfrastruktur im Iran? Welche Potenziale bietet der Iran für deutsche KMU aus dem Wasser- und Abwasserbereich? Welche Rahmenbedingungen des iranischen Wassersektors müssen deutsche KMU bei ihren Aktivitäten im Iran berücksichtigen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Forschungsprojektes "Iran-Water: Deutsch-Iranische Zusammenarbeit im Wassersektor erfolgreich gestalten - Marktbeschreibung, Potenzialanalyse, politisch-rechtliche Rahmenbedingungen", das unter Federführung von inter 3 im Juni 2016 gestartet ist. Link zum Download der Iran-Water Marktstudie!

Der Iran wird auch von Akteuren der deutschen Wirtschaft, insbesondere der Exportinitiative der Abfallwirtschaft RETech, als potentieller Absatzmarkt für deutsche KMUs im Abfallsektor gesehen. Deutsche Unternehmen zeigen aktuell großes Interesse an der Teilnahme einer gemischten Wirtschaftskommission mit Iran. Außerdem erwartet das BMUB „großen Investitionsbereich zur Verbesserung der (städtischen) Infrastruktur“ – und insbesondere hohe Investitionen im Abfallbereich. Im Rahmen des Projekts wurde eine detaillierte Analyse der Abfallwirtschaft vom Iran durchgeführt. Die Länderstudie kann hier abgerufen werden.

Irans Abfallwirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten nur geringe Fortschritte erzielt. Die kommunale Müllverwertung beschränkt sich im Wesentlichen auf ein begrenztes Recyceln organischer Stoffe. In einigen Städten sammeln die kommunalen Entsorgungsfirmen auch andere Wertstoffe, aber die Recyclingquoten bewegen sich auf niedrigem Niveau. Zur Modernisierung des Abfallsektors sollen private Investoren gewonnen werden. WTE-Projekte erhalten attraktive Einspeisevergütungen.

Der Iran ist ein boomender Markt für die Solarenergie, das ist das Ergebnis eines Workshops des Bundesverbandes für Solarwirtschaft auf der Intersolar in München. Der Workshop wurde in Zusammenarbeit mit der Iran Wind Group, sowie den Beratungsunternehmen Roland Berger und eclareon durchgeführt. Zum Ende der Sanktionen gegen den Iran veröffentlichte der Verband einen umfassenden Bericht über das Photovoltaikgeschäft im Iran.

Wind- und Solarenergie sollen in Iran zukünftig einen signifikanten Beitrag zur Stromversorgung leisten. Derzeit haben Wind- und Solaranlagen einen Anteil an den Kraftwerkskapazitäten des Landes von 0,3%. Iran setzt große Hoffnungen auf ein Engagement deutscher Firmen. Ausländische Unternehmen sollen aber nicht nur Technologie liefern, sondern auch in Kraftwerke investieren. Als Anreiz bietet der Staat langfristige Stromabnahmeverträge an. Firmen aus Deutschland zeigen Interesse.

"Der Ausbau erneuerbarer Energien im Iran ist für deutsche Unternehmen ausgesprochen interessant. Es gibt ein großes Potenzial für die Anwendung unterschiedlicher Technologien bei Windkraft, Solarthermie, Photovoltaik, Geothermie oder Biomassenutzung, das es zu nutzen gilt." Dr. Heike Walk, Forschungszentrum für Umweltpolitik

Das Projekt „IWRM Zayandeh Rud“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem FKZ 02WM1353A im Rahmen der Fördermaßnahme „Integriertes Wasserressourcen-Management (IWRM)“ gefördert. Es knüpft direkt an die erste Phase des Projekts „IWRM in Isfahan“ an, das 2010 startete und im Februar 2015 abgeschlossen wurde.

Ansprechpartner

Amir Alizadeh

Stellvertretender Geschäftsführer

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Khashayar Nivipour

Senior Business Consultant, Publication

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Rund 20 Mitglieder einer iranischen Wirtschaftsdelegation um den Generaldirektor des Ministeriums für erneuerbare Energien, Dr. Mohammad Ali Shafieizadeh, haben den Windpark Uckley-Nord besichtigt. Projektleiter Zacharias Hahn führte die Gruppe durch den von ABO Wind entwickelten Windpark in Brandenburg.

Am 1. Oktober 2015 fand in Berlin im Rahmen der Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) eine ganztägige Informations- und Netzwerkveranstaltung zu erneuerbaren Energien in Iran statt.